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27.07.2015

Internetzugang aus dem Ballon

Mit dem Projekt Loon will Google mithilfe von Ballons, die in der Stratosphäre schweben, abgelegene Regionen mit einem Internetzugang aus der Luft versorgen.

Laut Google ist für zwei Drittel aller Menschen ein schneller, bezahlbarer Internetanschluss noch immer nicht verfügbar. Das Unternehmen hat deshalb 2013 in Partnerschaft mit dem Nationalen Zentrum für Raumschiffstudien CNES ein Projekt für einen ballongestützten Internetzugang gestartet.

Das Projekt hat sich seit seiner Lancierung stark weiterentwickelt. Mittlerweile sind die Ballons in der Lage, 4G-Signale weiterzuleiten und bieten Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 10 Mbit/s. Ein Ballon kann über hundert Tage in der Luft bleiben. Bei einem jüngst durchgeführten Test flog der Ballon neunmal um die Erde, hielt dabei Extremtemperaturen von bis zu
-75 °C und Windgeschwindigkeiten von 291 km/h stand und stieg 21 Kilometer in die Höhe.

Die Ballons des Loon-Projekts stellen selbst keinen Internetzugang bereit, sondern verbreiten lediglich die Signale bestehender mobiler Netzwerke. Jeder Ballon ist mit einer bidirektionalen Verbindung ausgestattet, mit der er die Signale der Relais-Antennen empfangen und sie an Smartphones, Computer und andere 4G-kompatibler Geräte weiterleiten kann.

Die von diesen Ballons ausgestrahlten Signale haben eine Reichweite von bis zu 80 km. Wenn das Signal über mehrere Ballons weitergeleitet wird, bevor es an die Erde gesendet wird, sind sogar noch grössere Distanzen möglich. Für Telefonanbieter hat dieses System den Vorteil, dass sie ihr Netzwerk ausweiten können, ohne ihre Infrastruktur auszubauen. Der grosse Kostenaufwand hielt die Anbieter nämlich bisher davon ab, die wirtschaftlich als wenig rentabel eingestuften Regionen zu erschliessen.

Nach dem Pilotversuch in Neuseeland wurden die Ballons vor Kurzem auch in Brasilien eingeführt. Dort versorgt Google eine Schule auf dem Land, die bisher ohne Internetzugang auskommen musste, mit einem 4G-basierten Zugang.

Wann dieser Dienst grossflächig eingeführt werden soll, ist nicht bekannt. Google hat aber nach eigenen Angaben von allen Ländern der südlichen Erdhalbkugel die Bewilligung erhalten, ihr Gebiet zu überfliegen.

Quelle: futura-sciences.com

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